
Wir schreiben Ihnen diesen Beitrag, weil wir Ihnen etwas sagen müssen, das wir selbst noch vor zwei Jahren nicht für möglich gehalten hätten: Japanischer Grüntee hat sich auf dem Weltmarkt grundlegend verändert. Und diese Veränderung ist nicht temporär.
Es geht um Preise. Aber der eigentliche Grund liegt tiefer.
Was in Japan gerade passiert
Japan exportiert 2025 mehr Tee als seit den 1950er Jahren nicht mehr. Klingt nach guten Nachrichten, ist es für viele Teebauern aber nicht.
In den ersten zehn Monaten 2025 verließen 10.084 Tonnen japanischen Grüntee das Land. Das sind 44 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Der gesamte Exportwert für das Haushaltsjahr 2025 lag bei rund 84,7 Milliarden Yen, umgerechnet fast 500 Millionen Euro. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren war es ein Viertel davon.
Durch Social Media, den Superfood-Trend und eine wachsende Gesundheitsbewegung weltweit ist die Nachfrage nach Matcha regelrecht explodiert. Nicht nur in Europa und Nordamerika, sondern inzwischen auch im Nahen Osten, in Afrika und weiten Teilen Asiens. Die USA allein importierten im selben Zeitraum über 3.500 Tonnen, Deutschland hat seine Importe zwischen 2023 und 2024 verdreifacht. Der Treiber dieses Booms ist ein einziges Produkt: Matcha.
Warum das Angebot nicht mithalten kann
Matcha wird aus Tencha hergestellt. Tencha ist ein beschatteter Grüntee, der nach der Ernte speziell verarbeitet wird. Die Anbauflächen dafür sind begrenzt und lassen sich nicht von einem Jahr aufs nächste ausweiten.
Was jetzt passiert: Immer mehr Teebauern stellen ihre Flächen auf Tencha um, weil die Nachfrage und die Preise es verlockend machen. Das geht direkt zu Lasten von Sencha, Gyokuro und Kabusecha. Diese klassischen Sorten werden knapper, weil die Rohware jetzt woanders hinfließt.
Dazu kommt die Situation auf den Farmen selbst. Viele Teebauern in Japan sind alt, Nachfolger fehlen. 2025 erreichte die Zahl der Betriebsschließungen in der japanischen Teebranche einen neuen Höchststand. Wer aufhört zu produzieren, kommt nicht so schnell wieder.
Und dann war da noch das Wetter. Hitze und Extremereignisse haben einzelne Ernten stark belastet, insbesondere in der Präfektur Kyoto, dem Herz des Uji-Matcha.
Das Ergebnis dieses Zusammenspiels ist eindeutig: weniger Tee für deutlich mehr Nachfrage.
Was das für Preise bedeutet
Im Oktober 2025 stiegen die Einkaufspreise für rohe Teeblätter zeitweise auf fast das Zehnfache des Vorjahresniveaus. Das ist kein Druckfehler.
Der größte japanische Grünteeproduzent Ito En hat seine Matcha-Produkte um bis zu 100 Prozent teurer gemacht. Coca-Cola Bottlers Japan hat die Preise für seine Grüntee-Marke „Ayataka“ zweimal in kurzer Folge angehoben. Und das sind Großkonzerne mit erheblicher Einkaufsmacht und langen Vorlaufverträgen.
Bio-Matcha trifft es noch stärker, weil die ökologisch bewirtschafteten Flächen ohnehin schon knapp sind.
Daisuke Honjo, Präsident von Ito En, hat es öffentlich so formuliert:
„Es ist unklar, ob der Matcha-Boom anhält, aber die Preise dürften vorerst hoch bleiben.“
Wir sehen das genauso.
Was das für Sie und uns bedeutet
Wir stehen als kleines Unternehmen vor denselben Marktbedingungen wie alle anderen Teehändler. Die Einkaufspreise, die wir heute zahlen, sind nicht mehr vergleichbar mit denen, die noch vor zwei oder drei Jahren gültig waren.
Wir werden unsere Preise anpassen müssen. Nicht weil wir es wollen, sondern weil uns der Markt keinen anderen Weg lässt, wenn wir weiterhin dieselben Qualitäten aus denselben Herkünften anbieten wollen. Auf günstigere Herkünfte oder schlechtere Qualitäten umzusteigen, wäre einfacher für die kurzfristige Kalkulation. Das ist aber nicht das, wofür wir stehen.
Konkret bedeutet das: Für ausgewählte japanische Grüntees werden wir in den kommenden Wochen Preisanpassungen vornehmen. Wir werden dabei so transparent wie möglich kommunizieren, welche Sorten betroffen sind und warum.
Was das für Sie bedeutet
Falls Sie Sorten haben, die Sie regelmäßig trinken, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, Ihren Vorrat aufzufüllen.
Die Marktlage wird sich nicht über Nacht entspannen.
Bei Fragen zu einzelnen Sorten, Verfügbarkeiten oder den Preisänderungen können Sie uns jederzeit direkt kontaktieren.
Telefon: 07551-832 97 73 (Mo.–Fr. 10–14 Uhr) oder per E-Mail an info@teeblaetter-shop.de
Quellen dieser Einschätzung: Japan Tea Export Promotion Council, japanisches Landwirtschaftsministerium,
Kyoto Tea Industry Association, Teikoku Databank, sumikai.com, lebensmittelpraxis.de (Stand: Juni 2026)